Deutschland wird die Grenzkontrollen zu Tschechien nicht weiter verlängern. Ab Donnerstag will die Bundespolizei nur noch per Schleierfahndung an der deutsch-tschechischen Grenze kontrollieren.

Die aktuellen Kontrollen durch die Bundespolizei an der deutsch-tschechischen Grenze werden mit Ablauf des Mittwochs nicht mehr verlängert. Das teilte am Dienstag ein Sprecher des deutschen Innenministeriums dem tschechischen Botschafter in Deutschland, Tomáš Kafka, mit. Laut Innenminister Horst Seehofer (CSU), ermögliche es die derzeitige Situation, „im Rahmen einer intensiven Schleierfahndung, die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Grenzraum sicherzustellen.“

„Ich begrüße diese Nachricht. Dies ist nicht nur ein Schritt in Richtung einer angestrebten Normalisierung der tschechisch-deutschen Beziehungen, sondern auch eine Ermutigung zur gemeinsamen Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie“, teilte Kafka der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK mit.

Etwaige Quarantäneregeln bei der Einreise nach Deutschland bleiben vom Ende der Grenzkontrollen allerdings unberührt. Zur Einreise nach Deutschland aus Tschechien ist weiterhin ein negativer Corona-Test notwendig. Nach fünf Tagen in Quarantäne ist in der Regel eine Freitestung möglich. Näheres regeln die Quarantäne-Verordnungen der Bundesländer.

Ende des Notstands - vorsichtige Lockerungen

Tschechien gilt seit dem 28. März als Hochinzidenzgebiet, zuvor hatte das deutsche Robert-Koch-Institut Tschechien Anfang Februar als Virusvariantengebiet eingestuft, was u.a. mit einer 14-tägigen Quarantänepflicht nach der Einreise nach Deutschland verbunden war. Die epidemiologische Lage in Tschechien hat sich in den vergangenen Wochen deutlich gebessert. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt derzeit 255,5. Anfang März lag sie kurzzeitig bei etwa 800.

Sonntagmitternacht endete in Tschechien nach 188 Tagen der Corona-Notstand. Die Reisebeschränkungen zwischen den Kreisen sowie die nächtliche Ausgangssperre wurden aufgehoben, Schulkinder haben teilweise wieder Präsenzunterricht. Außerdem durften einzelne Geschäfte, darunter Schreibwarenläden und Bekleidungs- und Schuhgeschäfte für Kinder, sowie botanische Gärten und Zoos wieder öffnen. Der Großteil der restlichen Corona-Maßnahmen bleibt vorerst weiterhin in Kraft. "Die Situation ist weiter angespannt", sagte gestern der neue Gesundheitsminister Petr Arenberger, der noch keine weiteren Lockerungen in Aussicht stellen wollte.