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„Das ist so wenig deutsch“

Filmplakat: Schmitke - Quelle: schmitkefilm.com

So beschreibt Schauspieler Peter Kurth die Genrelosigkeit seines aktuellen Films „Schmitke“. In der Tat ist die erfrischend unkonventionelle tschechisch-deutsche Koproduktion schwer einzuordnen. Das verblüffende Regiedebut von Štěpán Altrichterwartet mit komödiantischen wie auch mysteriösen Elementen auf und ist nichts für Cineasten die in Schubladen denken. Der ungewöhnliche Film läuft noch heute Abend beim Prager Febiofest. Im Sommer kommt er dann regulär in die tschechischen Kinos.

 

 

Protagonist der deutsch-tschechischen Koproduktion ist Julius Schmitke, ein alternder Ingenieur für Windkraftanlagen. Der von Peter Kurth dargestellte Ingenieur scheint schon lange keinen Spaß mehr an seiner Arbeit zu haben. Sein Berufsleben ist monoton und nicht gerade von Erfolg gekrönt. Letzteres liegt auch an der Inkompetenz seines jüngeren Kollegen. Als Schmitke sein aktuelles Projekt weggenommen wird, muss er wieder Wartungsarbeiten übernehmen. Mit den Worten „Also jetzt ist erst mal Tschechien dran, wa!?“ wird der wortkarge Ingenieur von seinem plappernden Kollegen Thomas abgeholt. Die beiden bekommen die unliebsame Aufgabe, eine Turbine im erzgebirgischen Chřmelava zu reparieren. Dort angekommen dauert es auch nicht lange, bis Schmitke erste skeptische Blicke auf sich zieht, wagt er es doch, in der Dorfgaststätte Tee statt Bier zu trinken.

Zwar ist Schmitke das tschechische Erzgebirge fremd, Peter Kurth kennt sich dagegen bestens aus. „Das Erzgebirge ist für mich schon immer sehr interessant gewesen. Ich bin Motorradfahrer und war einige Zeit in Chemnitz an einem Theater engagiert. Das Erzgebirge war sozusagen meine Hausstrecke. Vor allem hinter der Grenze, also auf dem tschechischen Gebiet.“ Während der 26-tägigen Dreharbeiten hatte der Schauspieler die Gelegenheit, das Gebiet auch abseits der touristischen Pfade kennenzulernen. Die Mentalität der tschechischen Erzgebirgler war dem Nordlicht aber auch nicht fremd. „Mir sind sie sehr nahe. Ich komme aus Mecklenburg und konnte sehr andocken an die Art und Weise, wie die Menschen auf einen zukommen. Ein bisschen schroff, ein bisschen abweisend und irgendwann, wenn man sich näher kennen lernt, wird das doch eine ziemlich herzliche Angelegenheit.“

Schmitke wird jedoch nicht so schnell warm mit Chřmelava und den dort lebenden Menschen. Er will so schnell wie möglich mit der Arbeit fertig werden und wieder zurück. Doch die Turbine will nicht so wie er will und lässt sich partout nicht reparieren. Vielleicht hat es etwas mit dem Berggeist zu tun von dem Schmitke und Thomas bald erfahren. Richtig mysteriös wird es jedoch, als am nächsten Tag Schmitkes Kollege spurlos verschwunden ist. Die Tragikomik rückt zunehmend in den Hintergrund und der Film bekommt immer mehr Züge eines Mystery-Thrillers. Die Tatsache, dass der Film nicht so genau einzuordnen ist, hat auch Peter Kurth fasziniert. „Ich habe das Drehbuch gelesen und dachte: Wow, das ist etwas Besonderes. Das war so wenig “deutsch“. Ja, der Deutsche braucht Kategorien mehr als der Tscheche glaube ich. Der Weg des Filmes ist nicht eindeutig. Was wird’s werden? Wird’s eine Komödie, ein Roadmovie oder eine Tragödie. Das ist der große Reiz daran.“

Wer wissen will, ob Schmitke hinter das Geheimnis des Erzgebirges kommt und seinen Kollegen findet, bekommt im Sommer die Chance. Der Film kommt dann in die tschechischen Kinos. Ungeduldige müssen sich beeilen. Im Rahmen des Febiofest läuft „Schmitke“ heute um 21:45 Uhr im CineStar Anděl.

Details zur Filmvorführungen im CineStar Anděl gibt es in Tschechisch und Englisch auf der Webseite des Febiofests: hier.

Weitere allgemeinen Informationen zu „Schmitke“ finden Sie in englischer Sprache auf der offiziellen Webseite des Films: hier.

Den deutschsprachigen Trailer mit englischen Untertiteln gibt es auf vimeo hier zu sehen.

 


 

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